Contao-News

Wir informieren Dich hier regelmäßig zu Updates, stellen Best-Practice-Arbeiten vor und berichten über Aktuelles aus dem Contaoversum.

Daten, Daten, Daten

von Contao-Marketing – Aus der Praxis

Wer jetzt denkt, der Titel sei eine dreifache Aufforderung zur Partnersuche, den muss ich leider enttäuschen, obwohl um Simon Sinek zu zitieren "Sales Is Just Like Dating ". Aber es geht hier zumindest um die sexieste Währung der 21. Jahrhunderts: Daten. Jeder will sie, keiner gibt sie gerne her.

Gerade der Vertrieb aber ist auf gut aufbereitete Daten angewiesen, denn er läuft in vielen Firmen richtigerweise sehr Daten-orientiert ab. Daher sind vollständige und gut aufbereitete Daten ebenso wichtig, wie der schnelle Zugriff darauf. Nichts ist ungeschickter, als wenn man eine Vertriebsaktion-Aktion durchgeführt hat, und erst dann feststellt, dass die Daten lückenhaft oder falsch sind. Denn wie will man eine Mailing-Aktion durchführen, wenn die Adressen dazu nicht konsequent abgefragt und geprüft wurden? Dann landet ein gewisser Prozentsatz der Energie einfach im Nirwana. Gleiches gilt für Telefonnummer für eine Telefon-Marketing-Aktion.

In diesem Artikel schauen wir uns an, wie man die richtigen Daten von Benutzerinnen und Benutzern bekommt, diese DSGVO-konform speichert und verarbeitet, und den größten Nutzen daraus ziehen kann.

Unterstützung des Benutzers bei der Dateneingabe

Es gibt das Gerücht, die CIA habe Facebook erfunden, damit viele Menschen freiwillig ihre Daten preisgeben, und die CIA sie nicht mühsam sammeln muss. Tatsache zumindest ist, dass Geheimdienste unsere Daten auf Social Media mitlesen und daraus Erkenntnisse ziehen . Nun ist nicht jede Webanwendung gleich Facebook, aber wir können daraus lernen, dass es Nutzerinnen und Nutzern einen Vorteil bringen muss, wenn sie ihre Daten preisgeben. Der stationäre Handel löst das mit Bonus-Programmen und der klassischen Frage "Sammeln Sie Punkte? ". Im Internet waren eine Weile lang Gewinnspielen modern, frei nach dem Motto "Gib uns Deine Daten, vielleicht gewinnst Du auch einen schönen Preis". Mal mehr, mal weniger seriös.

So weit gehen wir bei Webapplikationen üblicherweise nicht, aber dennoch sollten wir es Nutzerinnen und Nutzern so leicht wie möglich machen, ihre Daten korrekt einzugeben. Denn unter mangelnder Korrektheit leidet nachher selten die Nutzerschaft sondern der Betreiber des Angebotes. Also Regel Nummer 1: leiten Sie den Benutzer gut, markieren Sie noch offene Pflichtfelder deutlich und validieren Sie die eingegebenen Daten.

Benutzerführung

Hier können wir einiges aus der Barrierefreiheit lernen: beispielsweise sollte ein Formular Schritt-für-Schritt logisch mit "Durch-Tabben" auszufüllen sein, d.h. nach Eingabe eines Felder drückt man Tab, kommt zum (logisch, nicht optisch) nächsten Feld, und auf dem letzten Feld drückt man Return zum Abschicken. Oft werden Formulare optisch nett gestaltet, sind aber dazu weniger intuitiv zu bedienen.

E-Mail-Formular

Hier ist dann die Standard-Reihenfolge per Tab oft Vorname, E-Mail, Nachname, Telefonnummer, Senden. Logisch aber wäre Vorname, Nachname, E-Mail und Telefonnummer.

Oft passiert es auch, dass eine Eingabe etwas am Formular ändert, z. B. andere Felder ein- oder ausblendet, (nicht mehr) verpflichtend macht, ... Auch das muss sinnvoll eingesetzt werden. Das Formular sollte weiterhin von oben nach unten durchgearbeitet werden können, ohne wieder nach oben zu müssen. Die Veränderungen sollten generell in der Nähe des Feldes passieren, das sie auslöst, damit der Benutzer den Zusammenhang auch direkt begreifen kann. Manchmal sind auch mehrseitige Formulare sinnvoll. Diese sollten thematisch gut getrennt sein. Hier kann ein Menü helfen, zwischen den Teilformularen hin und her zu springen und zu visualisieren, welche Teile schon komplett (und korrekt) ausgefüllt sind.

Machen Sie es ihrer Nutzerschaft leicht. Natürlich reicht ein Feld namens Kundennummer völlig aus, damit Kundinnen und Kunden diese eingeben können. Aber unterstützen Sie die doch dabei. Ein kleiner Satz wie "Die Kundennummer finden Sie auf unseren Anschreiben immer rechts oben." hilft dabei, diese Information in der realen Welt zu finden und Ihnen dann bereitzustellen. Je weniger Aufwand auf Nutzerseite, desto mehr (korrekte) Daten für Sie.

Sofortiges Feedback ist wichtig

Aber um noch etwas bei der Eingabe einer Kundennummer zu bleiben: Hier kann ein Content Management System mit Formulargenerator Sie unterstützen und die Daten bereits bei der Eingabe validieren. In Contao stehen standardmäßig u.a. folgende Eingabeprüfungen zur Verfügung: Datum, Uhrzeit, E-Mail-Adresse, Telefonnummer... Natürlich können in Contao auch weitere Prüfungen per Programmierung oder vorhandenen Erweiterungen hinzugefügt werden, so dass Sie z.B. IBANs auf Korrektheit prüfen können. Aber auch individuelle Regeln für den Aufbau von Kunden- oder Rechnungsnummern lassen sich einfach ergänzen. Je korrekter die Regeln die Kundennummer abprüfen, desto weniger Rückfragen ergeben sich nachher. Das gilt auch in der Prüfung, ob zwei Felder zueinander passen. Lautet die Adressangabe "76131 Wuppertal", dann haben die separaten Prüfungen auf Postleitzahl und Ort nichts zu beanstanden. Besser geht es mit hinterlegter Postleitzahlen-Datenbank, so dass der Kunde nur "76131" eingeben kann und im Feld Ort erscheint "KA-Innen-,Oststadt". Da solche Datenbanken schnell veralten, sollte man die Möglichkeit lassen, den Ortsnamen noch nachträglich zu ändern. Aber in den alle meisten Fällen bestimmt die Postleitzahl den Ort exakt und Nutzerinnen und Nutzer lassen diesen Eintrag unverändert - und damit korrekt. Ein Beispiel umgesetzt mit Contao gibt es hier.

Mit dem Feedback sollte man nicht - wie bei vielen Formularen - warten, bis das Formular abgeschickt wurde. Fehlermeldungen anzeigen, genau dann und genau dort, wo sie entstehen, das ist die Aufgabe der der Javascript-Bibliothek LiveValidation. User bekommen also unmittelbares Feedback und müssen nicht auf das Abschicken des Formular warten. Natürlich gibt es dazu auch eine Integration in das Content Management Contao, so dass man auch dort LiveValidation leicht nutzen kann. Der einfachste Fall sind natürlich nicht ausgefüllte Pflichtfelder. Die LiveValidation findet aber auch syntax-relevante Vertipper in E-Mail-Adressen und macht sofort darauf aufmerksam.

Auch die Handhabung von hochzuladenden Dateien wird oft etwas stiefmütterlich behandelt. Auch hier sind frühe Hinweise wichtig: welche Dateitypen sind erlaubt, wie groß darf das Dokument sein und was soll es enthalten? So können Nutzerinnen und Nutzer gezielt auf das Dokument hinarbeiten und sind nachher nicht enttäuscht, wenn das Dokument ein anderes Format haben muss, was sich erst nach dem Upload herausstellt. Auf der Empfängerseite stellt sich natürlich das Problem, wie mit Anhängen umgehen. Sind diese relativ klein, so kann man diese durchaus an die Mail anhängen, die das Formular auslöst. Aber auch hier wird es schnell unübersichtlich, wenn zu viele Dokumente an einer Mail hängen, die womöglich auch noch so weiterhin so heißen wie auf der lokalen Festplatte, von der sie hochgeladen wurden. Meine Empfehlung: schon auf Serverseite die Dokumente nach einem bestimmten Namensschema umbenennen und auch aus Gründen der Dateigröße in einem Zip zusammenfassen. Das leistet das Contao-Bundle ZipUploads von trilobit.

Die Basis für einfache und schnelle Kampagnen ist aber, dass auch Redakteurinnen und Redakteure ohne Programmierkenntnisse eine Aktion bestehend aus Formular und Ergebnisverwaltung (Datenbank füllen, Mails versenden, ...) selbst anlegen können. Auch hier macht sich ein Editor zum Zusammenstellen von Formularfeldern wie in Contao bezahlt. Die Contao-Erweiterung Notification Center erlaubt es vielfältige Reaktionen auf ein Formular zu realisieren. Auch hier können Redakteurinnen und Redakteure sich die E-Mails zusammenstellen, die verschickt werden sollen und diese natürlich personalisieren. Die Erweiterung erlaubt aber auch ein Speichern der Daten in eine CSV-Datei und natürlich sind beliebige andere "Reaktionen" zusätzlich programmierbar.

Personalisierung ist das A und O

Für Marketingmenschen hat die Personalisierung laut Statistiken absolute Priorität. Wer seine Mail mit "Sehr geehrte Damen und Herren" beginnt, macht schon in der ersten Zeile deutlich, dass er keine Ahnung hat, mit wem er da gerade spricht. Daher sollte Name und Anrede in jedem Formular enthalten sein. Achten Sie bei der Anrede darauf, dass der Benutzer seine/ihre Anrede selbst festlegen kann. Ein simples Herr oder Frau als einzige Auswahlen wird heute schnell als diskriminierende Sprache empfunden. Zeigen Sie mehr Sensibilität für vielfältige Geschlechtsidentitäten und setzen Sie ein Zeichen für informationelle Selbstbestimmung. Aber auch hier kein Übereifer: bei Newslettern muss gewährleistet sein, dass diese ausschließlich unter Angabe der E-Mail-Adresse bestellbar sein müssen. Zeigen Sie daher auch im Fall Kreativität bei der Anrede, wenn Sie dazu keine zusätzlichen Informationen über den Nutzer haben. Das schon erwähnte und ohnehin dröge "Sehr geehrte Damen und Herren" schließt Menschen aus, die sich nicht eindeutig einem Geschlecht zugehörig fühlen. Je nach Zielgruppe passt dann ein "Guten Tag", "Hallo" oder ein knappes freundliches "Moin" viel besser.

Apropos Newsletter. Achten Sie bei der Wahl Ihres Content Management Systems darauf, dass es auch eine DSGVO-konforme Anmeldemöglichkeit zu Newslettern bietet. Das fängt beim Double-Opt-In und dessen sauberer Dokumentation an und hört beim zeitnahen Löschen von nicht bestätigten Anmeldungen nicht auf. Wie gut, dass Contao im deutschsprachigen Raum entwickelt wird und ein besonderes Augenmerk auf die in der EU und der Schweiz geltenden Bestimmungen hat. So können Sie sich voll und ganz auf Gestaltung und Inhalte des Newsletter konzentrieren. Contao bietet auch eine Versandmöglichkeit von Newslettern über einen frei konfigurierbaren E-Mail-Server an. Übersteigt die Anzahl der Empfänger eine bestimmte Größe (je nach Provider etwa 500 bis 2.000 Stück), kann aber auch leicht ein professioneller Newsletter-Versender hinzugenommen werden. Für diverse Versender stehen hier Software-Pakete parat wie Newsletter2Go, Clever Reach. Oder man setzt via Notification Center sein SMTP-Gateway auf einen dedizierten Server von Anbietern wie SendInBlue.

Dann haben wir also einen DSGVO-konformen, inhaltsreichen, perfekt gestalteten und professionell versendeten Newsletter. Da wäre es ja nur gut, wenn angehängte Dokumente wie PDFs auch personalisiert wären. Doch wie lässt sich das bewerkstelligen? Wir bei trilobit haben dazu einen eigenen Service geschrieben: das Programm sendet passwortgeschützt den Namen der Dokumentvorlage und alle Variablen an unseren Dokumentenkonverter, der die Word-Vorlage einliest, Platzhalter ersetzt und ein fertiges PDF zurückgibt. Damit realisieren wir auch digitale Rechnungen. Der erste Einsatz war für ein Herzensprojekt von uns, bei dem wir Weihnachtsgeschenke für Kinder im Antoniusheim Karlsruhe über das Internet organisiert haben. Freundliche Menschen, der sich bereit erklärt hatten, ein Geschenk zu übernehmen, bekamen ein personalisiertes PDF mit Name, Alter und Wohngruppe des Kindes, das nur noch auszudrucken und als Anhänger am Geschenk anzubringen war. Eine zufällige weihnachtliche Illustration haben wir ebenfalls platziert. So konnten alle Geschenke frei von Rechtschreibfehlern in den Namen oder anderen Missverständnissen übergeben werden. Wir nutzen aber unser Tool auch dafür Exceltabellen zu füllen, um monatliche Reports zu versenden. Auch das eine Möglichkeit der Personalisierung.

Schnittstellen

Wie die Personalisierung für die Marketingschaffenden sind Schnittstellen täglich Brot und unverzichtbares Hilfsmittel in der Programmierzunft. Wenn wir die Daten schon erfasst haben, dann sollten wir auch dafür sorgen, dass sie konsistent gespeichert werden. Was aber wenn wir mit Software arbeiten, die diese Daten dann benötigt. Dann ist es gut, wenn wir unsere Daten per Schnittstelle austauschen können, wie z. B. die Übermittlung von Empfängerlisten an professionelle E-Mail-Systeme. Großer Beliebtheit erfreut sich im Marketing KlickTipp, eine Software zur Automatisierung des Marketings. Hier kann man ganze Schemata an Kommunikation vorgeben, die ablaufen, ohne dass ein echter Mensch eingreifen muss: Kunden anschreiben, nach Feedback fragen, neue Produkte vorstellen, etc. Aber KlickTipp benötigt da natürlich auch seinen eigenen Datenstamm. Wie gut, dass es zu Contao auch hier eine Brücke gibt, das Contao-KlickTipp-Gateway, mit der Autor Christian Feneberg wieder einmal zeigt, wie vital die Contao-Community ist: es geht professionell und kostenfrei zugleich. Genauso gibt es auch Schnittstellen für weitere beliebte Vertriebstools wie Salesforce oder Calendly, ebenso wie zu Sozialen Medien von Instagramm bis XING.

Fazit

Wer im Vertrieb datenbasiert arbeiten will, der sollte Contao nicht nur für seine Internetpräsenz in Betracht ziehen. Durch seine offene und sichere Architektur ist Contao ideal zur zentralen Datenhaltung wie zum Datenaustausch mit den Profi-Tools geeignet. Machen Sie Contao auch zu Ihrem Motor für den Vertrieb!

Der Autor

Oliver Reiff
"Vor über 20 Jahren habe ich die Firma trilobit gegründet, vor 10 Jahren voll auf Contao ausgerichtet. Contao ist für mich DAS CMS und DAS Anwendungsframework für Webseiten und -anwendungen."

Agentur: www.trilobit.de

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Kommentare

Kommentar von Bernhard Renner |

wow! genial geschRiebener artikel! nicht nur „daten, daten, daten“ sondern auch „information, information, information“.

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