Contao-News

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Zwischenmeldung zum Extension Repository 3

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Auf der Contao-Konferenz 2013 hat die Contao-Community-Alliance (kurz CCA) erstmals eine viel­ver­spre­chen­de, auf Composer basierende Erweiterungsverwaltung vorgestellt, die potentiell der Nachfolger des jetzigen "Extension Repository 2" werden könnte. Gestern kam es endlich zu einem lange gewünschten Ge­spräch, in dem die AG-Core auf den aktuellen Stand des Projektes gebracht wurde und beide Teams ge­mein­sam einen Fahrplan für die Zukunft aufgestellt haben.

Das Grundproblem

Das jetzige "Extension Repository 2" (kurz ER2) bietet neben dem eigentlichen Paket-Management noch eine Vielzahl weiterer Funktionen, die Composer als reine Paketverwaltung nicht standardmäßig abdeckt:

  1. Die mehrsprachige Metadaten-Verwaltung mit Volltextsuche
  2. Die Auslieferung kommerzieller Pakete inklusive Lizenzverwaltung
  3. Das Bewertungs- bzw. Rezensionssystem
  4. Der Online-Übersetzer für die Verwaltung der Sprachpakete

Ein Wechsel kann aber nur stattfinden, wenn das neue System auch für diese Funktionen Lösungen beinhaltet.

Der aktuelle Stand

Die Arbeiten an der Composer-Erweiterung haben sich zunächst erstmal auf den Kernbereich konzentriert, das Paket-Management und die Integration in Contao. Beides wurde sehr professionell und sorgfältig umgesetzt und eignet sich bereits für den produktiven Betrieb.

Für die übrigen Punkte wurden folgende Lösungswege diskutiert:

zu 1.) Die Metadaten-Verwaltung erfolgt anfangs über packagist.org. Wenn der Wechsel vom ER2 zum ER3 erfolgt, wollen wir eine eigene Packagist-Installation aufsetzen, die dann hinsichlich Mehrsprachigkeit und Suchfunktion verbessert werden muss.

zu 2.) Die Verwaltung kommerzieller Erweiterungen wird über Artifact-Repositorys abgebildet, die sich nahtlos in Composer integrieren und bei der Versionsauflösung entsprechend berücksichtigt werden.

zu 3.) Für das Bewertungs- und Rezensionssystems haben wir noch keine Lösung gefunden. Hier ist allerdings fraglich, ob wir die Funktionalität überhaupt weiterhin anbieten, da die Nutzung in den letzten Jahren nur sehr gering ausfiel.

zu 4.) Sprachpakete könnten über Transifex verwaltet werden, wo unter anderem auch die Übersetzungen des Contao-Cores liegen. Die Nutzung ist für Open-Source-Projekte kostenlos. Für kleine Erweiterungen wäre auch die direkte Verwaltung über das Git-Repository (Pull-Requests) denkbar.

Nächste Schritte

Uns allen ist im Gespräch noch einmal klar geworden, dass noch einiges an Weg vor uns liegt, bevor ein endgültiger Wechsel möglich ist. Insofern wird uns das ER2 noch eine ganze Zeit lang begleiten.

Wir möchten aber alle Contao-Nutzer einladen, schon jetzt die Composer-Erweiterung zu testen, und werden daher entsprechende Optionen in Contao 3.3 einfügen. Zudem wird der Contao-Check zukünftig auch die Composer-Systemanforderungen mit prüfen.

Die Zusammenarbeit zwischen der AG-Core und der CCA soll ab sofort deutlich enger und koordinierter ausfallen, als es bisher der Fall war. Neben der Weiterentwicklung der Kernfunktionalität soll auch das Benutzerinterface angepasst werden, wofür ein eigenes Team innerhalb der CCA gebildet wurde.

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Kommentare

Kommentar von ednong |

Austesten gerne, nur das ist ja momentan - wenn ich es richtig verstanden habe - einem endgültigen Wechsel gleichzusetzen. Und genau das möchte ich nicht.

Und wenn ich dann bedenke, dass bestimmte Erweiterungen jetzt schon nur noch über das CCA-Composer-Repository angeboten werden, finde ich genau das nicht in Ordnung. Ich weiß natürlich nicht, was es für ein Aufwand ist, das in beiden ERs anzubieten oder eben von der einen in die andere Form zu wandeln. Aber den User damit quasi zu "zwingen", sich für das Composer-Repository zu entscheiden, ist in meinen Augen fragwürdig.

Kommentar von Marc Reimann |

Hallo ednong,

keiner wird gezwungen den Composer jetzt schon zu nutzen. Die Erweiterungen, die nicht mehr im ER sind (ja das kostet die Entwickler mehr Zeit), kann man auch immer noch ohne Problem von Hand installieren. Einfach den zip-Download Button in github nutzen und gut ist. Von daher kann man immer noch ohne Probleme beim ER2 bleiben.

Viele Grüße

Kommentar von Daniel |

Ich möchte mich da ednong anschließen.

Zum Anderen ist mir immer noch nicht klar, warum das bisherige ER ersetzt werden soll. Ich lese hier und da immer mal wieder, dass es Unzufriedenheit darüber gibt. Aber warum, ist mir an mir vorbei gegangen.

Kommentar von Oliver Hoff |

Es wird doch niemand zu etwas gezwungen.

Es geht hier um einen Service der rund um Contao genutzt wird. Dieser Service wird kostenfrei angeboten, sowohl für Entwickler als auch Anwender. Teile beider Seiten sind/waren unzufrieden mit der bisherigen Implementierung (ER2), da es schlicht nicht die grundlegenden Anforderungen an eine Paketverwaltung erfüllt (konfliktfreies und sauberes installieren und updaten von Paketen). Bevor die Composer-Integration umgesetzt wurde, haben verschiedene Entwickler auch die Entwicklung einer eigenen Paketverwaltungs-Software geprüft und in Erwägung gezogen, mit dem Schluss, dass es viel zu aufwendig wäre alle benötigten und gewünschten Funktionen selbst umzusetzen.

Eine Composer-Integration bietet nebenbei auch noch den Vorteil, dass der Zugriff auf viele große PHP-Frameworks (Doctrine, Symfony etc.) sehr einfach zugegriffen werden kann, was die Qualität und Entwicklungsgeschwindigkeit von Erweiterungen erhöhen kann.

Du gibst übrigens kein Argument an, warum du nicht auf Composer wechseln möchtest. Wenn du bedenken oder Probleme beim Einsatz unserer Composer-Integration hast, kannst du dich gerne bei Mitgliedern der CCA melden.

Kommentar von ednong |

Gut, dann möchte ich das etwas präzisieren: "Gezwungen" fühle/fühlte ich mich zum Installieren des Composers dadurch, dass schlichtweg Erweiterungen nur im Composer gelistet sind. Dass es die Möglichkeit des manuellen Installierens, die sicherlich dann auch die händische Installation der Abhängigkeiten nach sich zieht, gibt, war mir nicht bekannt. Wobei ich sagen muß, dass manche Erweiterungen mit der Angabe für den Ort des manuellen Downloads nicht ganz aktuell sind (z. B. eine Git-Angabe, wobei aktuell auf bitbucket die Datei liegt). Aber gut, das sind Kleinigkeiten.

Um das auch klar zu formulieren: Mir ging und geht es nicht darum, etwas schlecht zu machen. Die angeführten Unzufriedenheiten bekommt man als "normaler" Nutzer nicht mit. Und wenn ich plötzlich wechseln soll, ist das kein Problem. Im Gegenteil - wenn es für den Nutzer besser oder einfacher wird, ist das nur von Vorteil. Nur, wenn es endgültig ist, kein Zurück gibt und zusätzlich noch Nachteile entstehen (kommerzielle Lizenzen), dann fühle ich mich unbehaglich und das Ganze wirkt auf mich unausgegoren. Und genau das wollte ich ausdrücken.

Kommentar von legalstuff |

Ich höre gerade das erste mal davon, dass es manche Erweiterungen gar nicht mehr im ER2 gibt, sondern nur im Composer oder über Github.

Mal ganz unabhängig davon, was nun besser ist oder nicht, bedenkt doch einfach bitte, das es auch WEB-Designer/agenturen gibt, die NICHT im Github "Zuhause" sind, nicht dort ihre ganz Zeit verbringen und täglich sich dort tummeln und damit alle Funktionen und Möglichkeiten kennen.

Ja ich selbst finde das Githab sehr unübersichtlich und es kommt oft vor, dass ich nicht das finde, was ich suche. Da ist das ER2 mit der Volltextsuche DEUTLICH besser. Es mag aus Entwicklersicht sicher Gründe geben, warum Github so klasse und toll ist. Aber für jemand, der eben KEIN Entwickler ist, und nicht täglich damit zu tun hat, der könnte mit Github deutlich mehr Probleme haben. Sich auch mal dieser Sichtweise als Entwickler zu öffnen, würde das eine oder andere mal, vielleicht Spannungen und Unverständnis abbauen. Ein Entwickler muss sich ja auch nicht mit meinen Spezialgebieten und Wissen rum schlagen oder wie ich, teils tief in Gesetzestexte eintauchen oder HWG und Standesrecht, die APDA-DB kennen.. etc.. Wenn jetzt bei dem einen oder anderen Entwickler Fragezeichen aufkommen, wovon ich rede, dann hat er es fast verstanden. Nicht jeder der Contao im Backend nutzt, programmiert automatisch. Das WEB lebt nicht nur vom Programmen, sondern auch vom INHALT!

Ich bitte daher dies, bei der ganzen Diskussion einfach nur am Rande mit zu berücksichtigen.
Im Grunde ist es mir egal, welches ER ich benutze, so lange es macht, was es soll und ich die passenden Erweiterungen auch wirklich finde, selbst bei ungenauen Angaben, weil ich nicht 100% weiß wie es heißt. Danke

Kommentar von Frank |

Grundsätzlich ist es natürlich super, wenn die in Contao genutzte Technologie vom Entwickler-Team sinnvoll weiterentwickelt wird. Hierfür ein dickes DANKESCHÖN.

Aber bei allen Ambitionen bitte an jene Anwender denken, die Contao genau wegen der unkomplizierten, intuitiven Arbeitsweise schätzen. Versucht unbedingt zu vermeiden, dass es eine Phase der Unsicherheiten und Probleme gibt, die den Endanwender überfordern. Das kennen wir leider zu genügen von anderen CMS.

Wir planen z.B. die Verwendung von Avisota 2, welches nur noch über Composer verfügbar sein soll. Der Versuch, diesen probeweise anzuwerfen, hat zu einem Haufen Problemen und Crashs geführt, die viel Zeit und Nerven gekostet haben.

Das schlechtestmögliche Szenario ist meiner Meinung anch ein Parallelbetrieb von zwei Repository-Typen, die sich nicht miteinander vertragen, und von Erweiterungen, die teils im einen, teils im anderen verfügbar sind. Genau darauf scheint es aber hinzusteuern.

Versucht bitte die Sicht all jener einzunehmen, denen die derzeitigen Plänen und Entwicklungsständen, Do's und Don'ts nicht vertraut sind und die wie ich und "legalstuff" sehr verunsichert werden.

Danke!

Kommentar von kein_nickname |

Composer ist ja vom Prinzip ein nette Sache, in Sachen Usability ist sie ER2 noch weit unterlegen.

Bei ER2 installiere ich eine Erweiterung und in 2 Sek. bin ich fertig. Ich entscheide in einem Menu was ich will und wie ich es will. Die nötigen Abhängigkeiten werden mitinstalliert. Am Ende lande ich wieder bei meiner Auflistung der von mir gesuchten Erweiterungen und könnte eine weitere aufgelistete Erweiterung sofort installieren!

Im Composer installiere ich eine Erweiterung in dem ich den Namen eingebe, gut wenn man weiß wie sie heißt. In diesem Fall ist es einfach einmal MetaModels: Die Sache wird aufgelistet, 20 Module installierbar, ich entscheide mich als erstes für das Modul Core, klicke auf die gewünschte Erweiterung, muss mich durch x-Versionen klicken, fordere die Installation an und lande dann wieder auf der "Hauptseite" der Paketverwaltung mit meinen bereits installierten Erweiterungen.

Also beginne ich von vorne: MetaModels suchen, auflisten lassen, Erweiterung auswählen! Hauptseite! Hurra!!!

Also von vorne: MetaModels suchen, auflisten lassen, Erweiterung auswählen! Doch welches Modul hab ich installiert? Man sieht es nicht... und genau hier wird es gemein und unübersichtlich. Bei welchem Modul war ich gerade, habe ich Core installiert? Oder das zweite/dritte/vierte Modul? Genaues weiß man nicht. Also zurück und schauen was in der Pipeline steht! Und wieder von vorn!!!

Composer mag einmal ein gutes System werden, doch bis dahin muss ich gestehen, ist mir ER2 x-mal lieber. Die Usability von Composer ist für den produktiven Einsatz nicht zu gebrauchen!!!

Kommentar von Nebulus |

Composer schön und nebulös, wenn der Weg zurück zum funktionierenden ER dann auch funktionieren würde, könnte man ja mal in Ruhe testen. Aber bei einem Error steht man im Regen weil die Zurück-Funktion einfach nicht funktioniert. Graben via FTP-Client im Dateisystem um Einträge zu löschen. Suchen in den Einstellungen um das alte ER wieder zu aktivieren usw. das passt zu Contao gar nicht! Einfach weglassen und erst wieder anbieten wenn es funktioniert, das erspart Frust und negatives Image für Contao.

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